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08.09.2014

Mit Lisa zum Patteriol

Mit Lisa zum Patteriol  3056 m - in der Verwallgruppe.

Wie ein verlorener Eckzahn eines Riesen steht der Patteriol als mächtiger Felsklotz mitten im Verwalltal. Ein unübersehbarer Blickfang vom Arlberg aus, Respekt einflößend, wenn man unmittelbar vor ihm, im Verwalltal steht. 

Ausgerechnet diesen Felsklotz, berüchtigt für seine schwierigen Aufstiege, hatte sich unsere Lisa als ihr „Topziel“ ausgesucht. 

Willi, unser Wanderführer und Vater von Lisa,  versprach diese anspruchsvolle Tour seiner Tochter  als Geburtstagsgeschenk.  Am 06. September war es endlich soweit. Der Wetterbericht versprach einen  stabilen Frühherbsttag. Im Morgennebel schoben beide ihre Mountainbikes in das Fasultal, dem Ausgangspunkt für einen Anstieg über 1400 Höhenmeter. Kurvenreich windet sich ein schmaler Bergpfad durch die steilen Felsflanken, bis er sich in einer „unendlichen Geröllhalde“ verliert. Von dort aus mussten beide weglos, zuerst durch eine  triefend nasse Schlucht und dann  über steile Kletterpassagen zum vorgelagerten Grat aufsteigen. 

Schon auf der Gratschneide bot sich ein überwältigender Blick über die umliegenden Gipfel und Berglandschaften. Aber es wurde noch richtig anspruchsvoll. Der Weiterweg führte durch die mit Schnee gefüllte Nordflanke des langgezogenen Grates in Richtung Gipfel.  Im verschneiten Gelände waren keine Trittspuren zu finden, alpiner Instinkt war gefragt. Wie ein gut eingespieltes Team meisterten sie, angeseilt und gegenseitig gesichert, die verschneiten Passagen und gelangten bald zum Gipfelaufbau.  Hier war Lisa nicht mehr zu bremsen. Bald konnte sie vom Gipfel aus ihrem nachsteigenden Vater zuwinken. Kurz darauf konnten sich beide unter dem Gipfelkreuz umarmen. Ein wunderschönes Gefühl, ohne große Worte, kommt auf.  

Eine kurze Rast, einige Fotos und natürlich die Eintragung in`s Gipfelbuch, dann kommt bereits wieder der Gedanke an den Abstieg. Dieser verlangt nochmals volle Konzentration, denn das Klettern im verschneiten Fels verlangt  große Vorsicht und Aufmerksamkeit. Beide sind froh, als sie endlich wieder auf dem markierten Bergpfad angelangt sind. Der weitere Abstieg „ zieht“ sich noch ziemlich. Endlich bei den Fahrrädern angelangt, können sie ohne besondere Mühe zur Konstanzer Hütte hinausradeln. Das tut den Knien gut. 

Eine tüchtige Portion Nudeln und ein „großer Spritzer“ auf der Konstanzer Hütte sind nun mehr als wohl verdient.  Mit dem Wissen, eine große Tour geschafft zu haben, fahren sie müde aber zufrieden nach Hause.               

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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