Blog

13.10.2014

Wir waren am Ortler

Wir waren am Ortler

Ortler 3905m – An die Spitze von (Süd) Tirol

Den Ortler zu besteigen ist wohl der Wunsch eines jeden Tirolers, der die Berge liebt. Mit seinen 3905m ist er der höchste Gipfel von Südtirol und Tirol. 

Mit dem Auto fährt man über den Reschenpass nach Sulden, einem kleinen, netten Bergdörfchen mit einem wunderschönen Gletscherskigebiet. Wir hatten Glück und so konnten wir mit dem Sessellift zur K2-Hütte hinauf fahren. So konntem wir uns 1h Gehzeit mit schweren Rucksäcken sparen. Nun ging es über einen langen Pfad und dann hoch über viele steile Serpentinen zur Tabarrettahütte. Hier führte der Weg  steil bei strahlender Sonne hinauf zur Bärenkopfscharte  und dann hinter den Grat, mit Drahtseilen versehen,  Richtung  Payerhütte, die schon auf 3020m liegt.

Auf der Hütte genossen wir bei einem kalten  Radler die restlichen Sonnenstrahlen und den Ausblick auf unser Ziel des nächsten Tages. Ein mächtiges Massiv aus Fels und Gletscher.

Nach einer  Nacht mit wenig Schlaf und gutem Frühstück ging es um 6:00 in der Dunkelheit los. Über Geröll und leichte, aber ausgesetzte Kletterstellen geht es zum Tschierfeckwandl. Schnell hatten wir schon einige Seilschaften eingeholt, weil jeder in der Dunkelheit herumirrte. Der richtige Weg war wegen der Dunkelheit und den sehr schlechten Markierungen  teilweise schwierig zu finden.  Bald jedoch mitten in den Klettereien wurde die Dunkelheit durch die aufgehende Sonne gebrochen. Einen wunderschönen Ausblick auf einen riesigen Feuerball der hinter den Bergen aufging.
Am Tschierfeckwandl  kletterten wir mit Hilfe einer gut verankerten Kette hinauf. Die Kette leistete uns guten Dienst bei dem leicht mit Schnee bedecktem Fels, der sehr rutschig war. Weiter ging es am Grat mit Gehgelände und Kletterstellen bis zum 3. Grad, die ziemlich abgegriffen waren. Auf einem guten Standplatz  zogen wir uns unsere Steigeisen an. Denn nun ging es im Schnee und Eis weiter. Zunächst mussten wir eine sehr steile Flanke queren zum Bärenloch. So ging es jetzt  in steilen Serpentinen neben dem Felsgrat mit dem berühmten Lombardi Biwak hinauf.  Rechts daneben riesige und beeindruckende Gletscherspalten. Ab und zu mussten wir wieder über eine Spalte steigen, bei denen man sehr tief runter sehen konnte.   Unser Weg führte dann zu einem  flacheren Teil neben dem Abbruch zur Nordwand weiter. Kurz ging es dann nochmal steil hinauf zum Ortlerplatt und dann zum Gipfel.

Am Gipfel angekommen, blieb die wunderschöne Aussicht über die Berge leider aus. Der ganze Nebel bedeckte die Berglandschaft. Irgendwie war uns das egal, da wir uns so über den Gipfelsieg  und unsere Leistung  freuten. Schnell machten wir noch einige Erinnerungsfotos und stärkten uns noch für den kommenden Abstieg. Da es kalt war und wir wussten, dass das Wetter im Umschwung war, machten wir uns schnell auf den Rückweg zur Hütte. Es kamen uns  einige Seilschaften und viele müde Gesichter entgegen. Die Höhe machte allen zu schaffen. Wir kamen im Schnee recht schnell vorwärts. Bei den Kletterstellen hieß es noch mal volle Konzentration, aber glücklicherweise gab es keinen Stau, weil wir eine der ersten Seilschaften waren, die oben waren. Bald erreichten wir wieder die schöne Payerhütte, die in den Fels gebaut war. Dort gab es nochmal eine gute heiße Suppe. Dann ging es wieder  hinunter ins Tal nach Sulden.

Der Gipfel hat uns mit Sicherheit nicht das letzte Mal gesehen. Es war eine wunderschöne und eindrucksreiche Tour. Zwar ziemlich anstrengend, aber lohnend bis zum Schluss. Allein die Wanderung zur Payerhütte ist schon ein Highlight. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

‹‹ Zurück zum Blog